Ich habe die Friedenstaube getroffen. Sofort denke ich an unsere Maryna, das Mädchen aus der Ukraine, die im letzten Jahr einige Monate bei uns gelebt hat. Die starke junge Frau, die allen Widrigkeiten zum Trotz nach Kiew zurückgekehrt ist, um ihr Studium fortzusetzen und nah bei Familie und Freunden zu sein. Wenn wir uns schreiben klingt sie kämpferisch und hoffnungsvoll, sie haben eine gewisse ’Kriegsroutine’ entwickelt, was für eine schreckliche Vorstellung, immer wieder bin ich fassungslos über solch einen Zustand in unserer so fortschrittlichen Welt - sinnloser Sch…! Und während sie sich so sehr für mich und meine Zeit hier freut, hab ich fast ein schlechtes Gewissen…
Jedenfalls habe ich der Taube eine Weile zugeschaut und hoffe, sie kann ihrer Aufgabe gerecht werden und ein bisschen mehr Frieden und Zuversicht zu den Menschen in all die unruhigen Gebiete dieser Erde bringen.
Ich habe den Dienstag noch einmal genutzt, um auch wirklich den letzten Winkel der UES zu erlaufen, also Avenues hoch und runter und Straßen kreuz und quer…viel in meiner näheren Umgebung war mir tatsächlich nicht mehr unbekannt, hatte ich immer schon mal Abstecher auf meinen Schulwegen gemacht. Und immer wieder entdeckt man noch Neues, kleine Gallerien, die ganzen teuren Läden der großen Modeschöpfer, und das Haus der Explorers z.Bsp., was mir eigentlich durch die auffällige Fassade in den Blick kam, bevor ich das Schild entdeckte und nachlas…
Der Explorers Club ist eine Gesellschaft die sich der Förderung der Feldforschung, wissenschaftlicher Erforschungen und der Ressourcenschonung widmet. Gegründet 1905 schreiben sie sich fünf Premieren durch Mitglieder und Bereitstellung notwendiger Mittel ihres Vereines auf die Fahnen. Das sind das Erreichen des Nordpols (1909) und Südpols (1911), die Besteigung des Mount Everest 1953, das Erreichen des tiefsten Ozeangrundes mit einem U-Boot 1960 und 1969 die erste Mondlandung. Sie sammeln Geld, Wissen, Ideen und klären auf, ständig wechselnde Veranstaltungen laden ein interessiertes Publikum ein. Tolle Sache!
Wir befinden uns hier in der 70. Straße in der im Übrigen auch Woody Allen lebt, den ich aber nicht treffe oder nicht erkenne😉
Und ich laufe und freue mich des Lebens und sitze im Café und plane schon mal die Tage mit Heinrich, der am Donnerstag Abend hier ankommt und natürlich hole ich ihn vom Flughafen ab, denn wir wissen ja☝🏻es gibt nichts Schöneres als irgendwo abgeholt zu werden.
Am heutigen Abend sind Hans und ich zur Trivia Night verabredet, praktischer Weise im Pub um die Ecke, Lexington Public. Ich glaube, es waren so 10 Teams am Start und diesmal gab es keine Zettel zum Beschreiben sondern man konnte sich mit einem Telefon einloggen. In New York gibt es richtige Liga- Spiele, na davon sind wir weit entfernt, haha. Wir geben unserem Team den Namen ’Cynthia’ und hoffen, sie möge es nie erfahren oder uns im Zweifel unsere Unkenntnis in amerikanischer Allgemeinbildung verzeihen🙏🏼. Und los gehts, die Moderatorin heute hat ihre eigene Premiere und schlägt sich prima. Und natürlich wissen wir nicht, wer wie oft für bestimmte Filmpreise nominiert war…oder welche 2 von 3 mal dieses oder jenes gewonnen haben…, so raten wir und denken uns lustige Eigenschöpfungen aus und amüsieren uns prächtig - denn das ist ja der Sinn! Wir punkten dann aber in Geografie indem wir nahezu alle Länder Südamerikas richtig zuordnen können!!! Und ja HBO Serien, da kenne ich nur GOT, immerhin 1 Punkt….und die Hits oder LP Namen in der Musikrunde kennen wir leider auch nicht alle🤷🏼♀️aber am Ende sind wir drittletzter!!!!!!!!! Was bedeutet, wir waren besser als ein paar andere und hatten super Stimmung und lebensverlängernd viel gelacht😃
Zuhause schwatzen wir noch eine Weile mit Julian, er taut auch so langsam auf und erzählt von seinem ersten aufregenden New York Tag, 🥹wie lange das nun schon her ist gemessen an all dem Erlebten…und ich kann es so nachfühlen! Auch die Gespräche mit Hans werden mir fehlen, er ist unglaublich belesen und wir haben zu vielen Themen ähnliche Auffassungen und es schließen sich Gedankenkreise, gepaart mit klugem Humor in Wiener Dialekt.
Es ist mein vorerst letzter Abend hier in der 97., etwas Wehmut schleicht sich ein….aber ich komme ja nochmal wieder …..





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