Reisetag heute, mein Umzug nach Brooklyn steht bevor und es ist so luxuriös für mich denn ich habe keinen Zeitdruck. Es gibt keinen Check out, ich kann so lange trödeln wie ich mag und sogar noch meinen kleinen Koffer hier lassen, mit all den Wintersachen. Die Schlüssel behalte ich auch, Familie☺️. Also gestalte ich meinen Morgen gemütlich und nebenbei kaufe ich schon die Tickets für zwei Abendveranstaltungen mit Gatte Heinrich, auf den ich mich jetzt auch wirklich schon sehr freue! Das wird nochmal eine kulturelle Highlight Woche, Theater, Musical, Baseball, Trivia, Museen, Stadtgeflüster und natürlich Leute treffen und kennenlernen….die Temperaturen sind gerade wieder etwas abgerutscht, das kommt uns sicherlich zu gute.
Der Weg zum neuen Heim ist weit, etwas mehr als eine Stunde mit Sub und Fußweg, dafür jetzt nochmal eine für mich neue Linie - M. Mein Koffer ist schwer und die Treppen steil und es gibt selten Rolltreppen oder Fahrstühle, besonders ungünstig für Kinderwagen oder Rollstühle, die Betroffenen können oft nicht mit den Öffentlichen fahren, da herrscht noch sehr großer Nachholebedarf. Besonders auch auf Gehwegen oder Straßen, sehr schlechte Qualität, keine Chance für Menschen mit Gehbehinderungen, die können hier eigentlich nicht aus dem Haus, wenn man die Flure in den Häusern kennt. Hab mich schon des Öfteren gefragt, wo und wie diese Leute hier leben🤷🏼♀️
Die M buddelt sich kurz vor dem East River ans Licht und so überquere ich, auch zum ersten Mal, die Williamsburg Bridge, das ist spannend, wir fahren über den Autos und auch die Fußgänger arbeiten sich auf die 2. Ebene hoch und natürlich muß ich das auch noch selbst erlaufen! Die Bahn bleibt über der Erde und auch oben über allen, man kann so besonders viel sehen und auch hier erkenne ich die Straßen und Plätze, die Emilia und ich schon abgelaufen waren. Schön, meine Freude auf Brooklyn wächst und an der Myrtle Avenue steige ich aus und orientiere mich, es ist noch ein ganzes Stück bis zur 503 Monroe ..
Erster Eindruck, Brooklyn eben…
Komplett anderes Gefühl hier, Kiez, bisschen Schmuddel, bisschen laut, wie man es sich vorstellt, die Häuser kleiner und abgeliebter, zumindest in der Bahnnähe. Um so weiter ich mich reinbegebe, um so leiser und einsamer wird es und als ich in die Monroe street einbiege ist es sehr lauschig.
Für unsere Zweisamkeit habe ich uns ein sehr kleines, feines Gartenappartement in einem echten Brownstone gemietet, ein brauner Sandstein, der hier in den Staaten früher sehr gern als Baustoff verwendet wurde. Brooklyn und auch besonders diese neighbourhood Bedford-Stuyvesant, sind bekannt für die großen Ansammlungen dieser Art Häuser, deren architektonische Besonderheit die Stoop ist, eine steile Treppe von der Straße rauf bis zum Hochparterre. Dies galt als Hygienemaßnahme, da die Straßen früher voller Unrat waren.
Um hinein zu gelangen erhielt ich 3 Codes🤪einen für die Schlüsselbox, den Außenschlüssel zu erlangen. Hinter dieser Gittertür - Zahlencode für die Haustür und dann noch die Wohnungstüre, puh, hab mir erstmal alles auf den Arm geschrieben, kann sich ja keiner merken …
Die neue Vermieterin ist Monica und bewohnt mit Mann und zwei Töchtern den Rest des Hauses. Besonders neugierig war ich darauf zu erfahren, was genau ein Speech-Language Pathologe ist, so ihre Berufsbezeichnung…
Doch erstmal erwartete mich eine wahrhaft zauberhafte kleine Wohnung, mit viel Hingabe eingerichtet und kleinen Details sehr einladend gestaltet!
Ich nehme sofort alles in Beschlag, koche Kaffee und setze mich im Vorgarten auf die Bank und genieße die Sonnenstrahlen. Und später lerne ich Monica kennen und weiß jetzt also, daß sie eine Art Sprachtherapeutin ist, die Menschen nach Schlaganfällen hilft, ihre Sprache wiederzufinden, sie arbeitet in der Klinik oder auch zu Hause, sehr interessant!
Sie versorgt mich mit Tipps für Bäcker und andere Läden und erklärt mir, ich solle besser eine andere Sub nehmen, weniger gefährlicher Fußweg, weit ist es in beide Richtungen. Als ich über meine Reisepläne zum Flughafen berichte, verdreht sie die Augen, ’what, it’s so far away, you better should take a taxi’, aber ich versichere ihr, ein Explorer zu sein und mich schon zurecht finden werde. Sowas machen eben auch nur Leute mit Zeit!
Einer meiner lieben Klassenkameraden, Chris aus Düsseldorf, wohnt nicht weit entfernt, naja hier sind das auch 3 km oder so, jedenfalls treffen wir uns in einer sehr angesagten Kneipe auf ein Feierabendbier und eine Runde???????? Trivia!!!!, wahrscheinlich sind wir alle irgendwann süchtig danach, es ist eben auch so lustig und sozial und verbindend, herrliche Idee!
Die Inhaber müssen Einwanderer aus Deutschland sein, oder?! Sieht alles köstlich aus auf den Tellern und Blechen.
Wir scheinen die einzigen Deutschen zu sein und der Spielmeister ist ein echter Master! Er ist der perfekte Entertainer und tanzt und läuft zwischendurch mal zu jedem und erkundigt sich nach Lust und Laune, sehr herrlich. Absolut professionell seine ausgefeilten wirklich schweren Fragen und auch im Publikum sind Könner, so haben wir es echt schwer!! Sport fragen - fast nicht zu wissen, Baseball und so, nur beim Fußball kann Chris sich an was erinnern, er kann auch gut Wortkombinationen erkennen, manchmal raten wir irgendwas und bei einer Frage schreibe ich als gesuchten Namen einfach ‘ Hufflepuff‘ und so werden wir wenigstens mit lautem Verlesen belohnt😂
Von 10 Fotos irgendwelcher Inder 🤭 erkenne ich wenigsten Salman Rushdie, wir enden als allerletzte, aber - wir hatten eine Menge Spaß!!!!!
Man beachte auch die Namen all der anderen Teams, teilweise sehr kreativ😊
Und so versuche ich mich am kürzesten Heimweg in meiner neuen Umgebung, ist immer auch spannend, ob mein Orientierungssinn funktioniert, auch nach zwei 1/2 Lagern .. und unterwegs singt jemand mit Kopfhörern laut Depeche Mode, da kann ich natürlich nicht innehalten und laufe singend nebenher bis fast vor mein Haus, klappt also alles!











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