Freitag, 19. Mai 2023

Zeit zu zweit

 

Da haben wir uns wieder.

So einfach war es nicht, das Zueinander kommen….

Zum einen hatte Heinrichs Maschine ein Problem mit der Spritversorgung und mußte in Boston zwischenlanden, um dann in Detroit festzusitzen und erst 23.30 in New York zu landen. Zum anderen ist ausgerechnet der Flughafen Newark am weitesten von der jetzigen Wohnung entfernt. Man braucht fast 2 Stunden mit Bahn und Bussen und im Laufe der Nacht werden die Optionen immer spärlicher. 

So mache ich mich trotzdem früher auf den Weg und erkunde Brooklyn in Richtung Manhattan. Mein Viertel ist wirklich eine Bilderbuchsammlung der Brownstone Häuser, viele sind sehr gut in Schuss und haben niedliche kleine Vorgärten mit Blumen, Bänken , Grillplätzen. Dazwischen die Baustellen, die zum Verkauf Stehenden und ein paar ziemlich Heruntergekommene. Man kann gut zwei Stunden durch die ruhigen Straßen laufen und sieht Kleinode und trifft auf freundliche Nachbarn oder bekiffte ’Autobastler’, sehr beschaulich. 

Um so mehr man Richtung Brooklyn Downtown kommt wird es zwar lebendiger, Läden, Kneipen, etc. aber auch schmutziger und ein doch recht anderes Publikum als in Manhattan. Alles ist weniger mondän, dafür mehr Betrunkene, Bekiffte, grölende Wesen und in der Dämmerung fühlt sich auch nicht jede Ecke gemütlich an. Auch dies ist mir eigentlich ein bisschen neu. 

Irgendwann steige ich dann doch in die Sub, der Weg zum Busbahnhof in der 42. ist einfach sehr weit und ich muß die Haltestelle finden, was sich am schwierigsten erweist. Nichts ist ordentlich gekennzeichnet, alle Schalter geschlossen, so hetze ich etwas planlos rundherum und finde dann unter einer Brücke einen Hinweis und 2 andere Wartende. 22.15 soll der Bus fahren, kurz vor halb ist er da und rattert los durch die Nacht gen Flughafen.

Meine neue Vermieterin ist nun noch besorgter und schreibt, unbedingt einen Car Service zurück zu nehmen, da nachts kaum Verbindungen und viel zu unsicher, na mal schauen…

Heinrich landet pünktlich und wir freuen uns erstmal über uns! Und dann suchen wir natürlich das Abenteuer Rückfahrt nach NY mit Öffentlichen, denn Auto kann jeder und kostet 100$, sorry!

So hasten wir umher, einige Busse halten gar nicht erst, andere sagen, wir sollen warten, 0.03 springe ich einem mit der entsprechenden Nummer in den Weg - so muß er widerwillig bremsen und uns mitnehmen, 3 andere Nachtgeister schließen sich uns an und natürlich geht nur Cash 🙄und natürlich gibt’s auf meinen 10-er ( 1 Fahrt kostet 1.60$) kein Wechselgeld 🤪so lade ich die anderen ein, die nämlich gar kein Bargeld haben.

Wir fahren dann irgendwohin an ein Stück Grün an der Autobahn, dort müssen wir raus, der Busfahrer fährt 10 Meter weiter, macht alle Lichter aus und 😴 gute Nacht! Die App sagt, 5 m über den Rasen und auf die 107 warten, fein. Kommt irgendwann, gleiches Spiel mit den Tickets, haha, irgendwie legen wir alle zusammen und dann klappern wir durch die Dunkelheit zum Licht, denn zum Glück schläft ja die Stadt nie!

Angekommen am Busbahnhof bahnen wir uns einen Weg durch die dort Schlafenden und Heinrich, der nun auch schon 24 Stunden unterwegs ist, bekommt gleich den richtigen Eindruck🫣Obdachlose, dreckige Bahnhöfe … und die Bahn nach Brooklyn hat zu dieser Zeit auch nicht unbedingt das Vertrauen erweckendste Publikum an Bord…gegen 2 Uhr erreichen wir endlich unser Zuhause und fallen müde ins Bett… nachher ist auch noch ein Tag!!!!!


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