Dienstag, 3. Dezember 2024

..Geschicht(e)….

 Herrlich! Ich beziehe mein altes Zimmer, Cyn nennt es “Jetlag “room, klein, dunkel, leise - wie ein kleiner Kokon, warm and comfy.

Aber natürlich kämpfe ich gegen oben genanntes Phänomen an und es gibt ja auch soooooo viel zu erzählen! Schnell ist der Alltag berichtet, lang wird der Abend durch Politik und Weltenlauf…

Klar wandern wir zwischendurch zum Asiaten in der 3th, Nudelsuppe und zurück. 

Spannend sind diese Zeiten, da treffen 2 Frauen aufeinander,  so unterschiedlich in der kompletten Vita. Ein Kind der DDR mit teilweise russischen Wurzeln, den Sozialismus schon sehr bewusst erlebt, Licht- und Schattenseiten am eigenen Leib; Wende, neue, andere Freiheit und neue, andere Schranken in den Köpfen, die Welt erlesen und bereist, Geschichten und Erfahrungen gesammelt, 50 Jahre durchgeschüttelt und zentrifugiert…..und findet ausgerechnet in New York City etwas Beruhigendes….

Die andere, New Yorkerin durch und durch, mit ein paar libanesischen Wurzeln, schon immer wild und frei und grenzüberschreitend, Künstlerin im Job und im Leben, die Welt bereist und erlesen, Geschichten zu Bildern gemacht, Beifall und Hohn austariert und nun komplette Resignation und Fluchtgedanken - Trump hat die Wahl gewonnen - für sie der worst case ever…..sie möchte Amerika verlassen….

So anschaulich das Aufeinandertreffen dieser unterschiedlichen Perspektiven, Innen- und Aussensicht, was außerhalb Amerikas unvermeidlich erschien, wurde hier komplett anders empfunden. Die Sicht auf Europa von hier aus verschwommen und illusioniert.

Dazu ist zu sagen, dass wir beide allgemein gebildet und global interessiert sind, emanzipiert und voll im Leben, es macht Spaß sich gegenseitig zu erklären und zu verstehen, wobei mir mein lückenhaftes Englisch schmerzhaft im Weg steht.

Und so spinnen wir alle möglichen Zukunftsszenarien, für uns, unsere Nachkommen, die Menschheit und die Welt 🗺️ und schlafen darüber irgendwann ein….



Cynthia - Smoothie am morgen, blauer Himmel, Sonne satt, 1 Grad  -  es ist Winter in der Stadt!

Da Cyn einen Wasserschaden in ihrem Studio in Newburgh hat und ich beim besten Willen nicht mit dorthin fahren möchte, trennen sich unsere Wege für ein paar Tage und ich verabrede mich heute mit Peter zum Kaffee☕️ welchen ich mir wahrlich erlaufe….

Skihose, Daunenweste und -Jacke, voll eingepackt starte ich meine Runde gen Süden….


Immer wieder eindrücklich wie sich die "Neuen" heranschleichen, die Gentrifizierung der eigentlich noch alten 1th und 2th Avenue schreitet voran, jede kleine Lücke wird genutzt, aus klein wird größer und somit ändert sich auch merklich das Gesicht dieser Gegend. Gerade sehr im Trend und hoffentlich verliert es nicht seinen Charme. 

Die Investoren lauern geradezu, denn in NYC darf man gesetzlich die alten bestehenden Mietverträge nur unmerklich erhöhen, was dazu führt, dass es mittendrin immer noch viele alte, tw unsanierte, dafür typische Häuser gibt und die merkwürdigsten Familienverhältnisse, Ehen etc. entstehen, um die bestehenden Verhältnisse aufrecht zu erhalten. Darum können, unter anderen, auch Cynthia und Peter sich Manhattan noch leisten.

Meine Ziele sind heute mal wieder literarischer Herkunft. John Irving, mein absoluter Lieblingsschriftsteller seit ca 30 Jahren ( Owen Meany, Hotel New Hampshire, Garp, Gottes Werk und Teufels Beitrag……) und natürlich hätte ich ihn gern kennengelernt und Zeit mit ihm verbracht, vielleicht treffe ich ihn ja, haha…. Jedenfalls leben und agieren die Hauptakteure seines letzten ! Romanes " Der letzte Sessellift" größtenteils in New York. Eigentlich ist es nochmal ein Rückblick in seine eigene Zeit und greift alle aktuellen Themen der letzten 50-60 Jahre und deren Umgang in Amerika auf. Kriege, Gay, Aids, Kirche, Präsidenten eingebettet und umrahmt, wie immer, in viel Sport. 

Meine krakeliegen Innendeckelnotizen dienen als Routenplaner und ich laufe kreuz und quer durch die Upper East und West, manches ist genau benannt, so die Kirche St James, in der die Barlows zu Hause waren.




Deren Wohnung in der E 64th lasse ich durch meine Fantasie festlegen, ich würde mir diese vorstellen..



Und Nora und Ems wohnten wohl hier 😄



Es ist so witzig, ich stelle mir vor, wie John hier überall unterwegs war und sich all die Adressen und Häuser überlegt hat und seine Geschichte gesponnen hat. Auch die Bar Galloway’s downtown und die Christopher street….und natürlich St Patrick's Cathedral, Peter hat mir eine Menge auch aus dieser Zeit berichtet und wir machen heute dort eine kleine Andacht…

Aber ganz klar nutzen wir auch die weihnachtliche Lichterzeit und bummeln durch die verrückten Läden auf der 5th Avenue.










Das Cafe im Tiffany’s hat wieder geöffnet, allerdings mag ich dieses Blau nicht genug, um länger dort zu bleiben.




Aber auch hier der Bezug zum Original von , na?!? Richtig, Truman Capote und den alten Filmausschnitten mit der bezaubernden Audrey Hepburn…..





Ein wunderbarer Tag neigt sich dem Ende, ich bin dankbar und froh 😌 





2 Kommentare:

  1. Liebe Ina, es ist einfach immer wieder wunderbar DICH zu lesen. So wie du schreibst, so bist du. Danke für diesen adventlichen Genuss.

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  2. Liebe Ina… ich freue mich so für Dich… Du wieder in NY…und für mich… darf Deine tollen Erlebnisse mit Dir teilen… hab eine schöne Zeit… ich drück Dich❤️

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