Mittwoch, 20. März 2024

Ricardo und The Back Room

Wer sind eigentlich Ricardo Gonzales und seine Frau Ashley?

Eigentlich könnte ich auch ein paar Wochen einfach in dieser Wohnung bleiben!

Es gibt täglich neue Dinge zu entdecken, hier noch ein Bildchen, da noch ein interessantes Buch, ein Text an der Wand, Filme, die man unbedingt schauen möchte ….

Ich liebe diese erzählenden Räume! Jedes Detail hat eine Geschichte, kein Raumausstatter dieser Welt kann so etwas hinbekommen, alles atmet, erinnert, verspricht, verstört, windet im Gehirn herum und macht irgendwas mit dir. 

Ich bin dankbar, hier sein zu dürfen.





Diese Terrasse ist so riesig, man klettert durch das Fenster und kann mit einer Tasse Kaffee, windstill, wunderbar in der Sonne lungern.




Also, Ashley ist diese großartige Frau, welche dem Künstler den Rücken freihält, die Mutter des gemeinsamen Kindes und ihres Zeichens Lehrerin.

Ricardo Gonzales, in México City geboren, in NY diverse Kunstakademien besucht, auch in Europa(Spanien),bescheiden sagt er von sich, er versucht sich in Kunst. Und ja, er hat tatsächlich gerade eine Einzelausstellung in Südamerika. Meinen Recherchen nach, und in einigen seiner Bilder auch in der Wohnung, hat er sich viel mit den Themen Leben vs. Tod, teilweise kindlich naiv oder im Cartoon-Stil beschäftigt. Manche Werke wirken auf den ungeübten Betrachter etwas verstörend -so schaut man, im Bette liegend, direkt auf zwei Totenköpfe….nun ja, Kunst eben….





Die Farben sind auch irgendwie immer sehr gesetzt und düster, finde ich. 

Aber ich liebe diese Wohnung, in der ich tagtäglich ein - und ausgehe wie und wann ich es mag, einschlafe und aufwache, Kaffee trinke, Essen bereite, Leute einlade….

Das Dunkel der Bilder erleuchte ich mir mit viel echter Sonne und starte eine Wanderung, von meiner Wohnung aus, über die Williamsburg Bridge - war tatsächlich noch offen!








Auch den Riverside Parkway dort drüben kenne ich nur vom Wasser aus, es ist Zeit, diese Lücke zu schließen! Großartig umgestaltet, das Alte mit Modernem in Einklang gebracht, kaum jemand ist unterwegs, es pfeift allerdings auch eisiger Wind..

Ich finde, man kann sich dann, nach ein paar Kilometern, auch mal so richtig belohnen, in der guten alten Bedford Street - der erinnernde Leser weiß natürlich, daß es sich um eine der ersten, längsten durchgängigen Straßen in Queens/ Brooklyn handelt 😉


Und weil ich ja NYC Alltag erlebe wird die Nacht zum Tag gemacht!

10 min Fußweg bringen mich in den Back Room, durch eine unauffällige Gittertür gelangt man über einen langen, engen Gang in einen Hinterhof. Treppe rauf, Tür auf, Gesichtskontrolle und rein in die Prohibition! In Erinnerung an alte Zeiten wird hier getanzt, getrunken, gesungen ….samtene Couchen träumen unter verhangenen Kronleuchtern, anzügliche romantische Gemälde, aufwendige Holzvertäfelungen, ein bewachter Durchgang hinter einem Bücherregal - die Leute verstehen zu feiern! Cocktails trinkt man aus Kaffeetassen, Bier in Papiertüten gehüllt - Prohibition eben. Wer Glück hat,trifft hier Bands wie U2, Pearl Jam, Adele…..

Die Band spielt Swing, Jazz, Blues….getanzt wird alles, herrlich. Eine Weile schaue ich mir die Schrittfolgen an, dann lasse ich es einfach laufen… es gibt Profis und Amateure und niemand schaut… 

naja, wir sind ja auch in New York!







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