Sonntag, 11. Juni 2023
All is done
Mittwoch, 7. Juni 2023
Wildfire
Central Park
Central Park…ich erinnere nicht, ob ich schon über ihn geschrieben habe..
Also ein kurzer Abriss, weil er einfach so schön ist und so wichtig für die Stadt.
Mittig in Manhattan rekelt sich diese grüne Oase, deren Anlage in den 1850-ern begann, kreiert von den Herren Olmstedt and Vaux ( remember Prospect Park☝🏻)
Damals war diese Region von ein paar verstreuten Farmern besiedelt, hügelig, marschig, Seneca Village war der Name einer hauptsächlich von Afro-Amerikanern bewohnten Ortschaft. Man spricht von einer Fläche von ca 341 ha, 4 km lang, 860 m breit, bestehend aus Wäldern, Seen, Flußläufen, Felsenhügeln, Fontänen, riesigen Grünflächen, märchenhaften Brücken und lauschigen Ecken. Über die Jahre kamen immer wieder pittoreske Brunnen, ein Zoo, Skulpturen und Menschenanziehende Highlights hinzu. So gibt es Freilufttheater, Cafés, Spiel- und Sportplätze, Themenparks, Literatur - Wandelwege…..und eben 1000e Wege und Pfade.
Irgendwann einmal, im letzten Jahrhundert, kam jemand auf die Idee, dies Land zu bebauen, 💰, Gott sei dank, konnte Einhalt geboten werden, denn diese grüne Lunge rettet Manhatten, all seine Bewohner und all die Touristen, die jährlich in Scharen hier wandeln, rasten zwischen all dem Sightseeing….Der Blick von hier oben ist großartig, rüber zur UES und auch rundherum, nach midtown und über den Hudson nach Jersey..
Die, sich scheinbar nie erschöpfenden, Geschichten eines aufregenden, spannenden Lebens in New York, wie Peter es lebte und lebt, faszinieren mich immer wieder. Vielleicht sollte ich darüber weiterschreiben, so viele habe ich von all den Menschen hier gehört, da kommen ein paar hundert Jahre zusammen….
Eigentlich möchte er mich nur zum Bus begleiten, dort sitzen wir noch eine Weile um dann - gemeinsam einzusteigen☺️ und noch eine kleine Rundfahrt zum Time Square zu unternehmen. Unterwegs erzählt er noch etwas zu diesem oder jenem Gebäude, Straßen, Läden….
Mitten im Trubel der 42. verabschieden wir uns dann endgültig, hier, zwischen den ganzen Touristen und Kleinkünstlern fällt es uns leichter, drücken, umdrehen und in der tosenden Menge verschwinden…….
Morgen mehr………..
Montag, 5. Juni 2023
Deborah
Einen Ausflug nach Williamsburg gilt es noch aufzuarbeiten. Deborah Feldmann wurde im August 1986 in New York geboren, hinein in die Glaubensgemeinschaft der Satmarer, ultraorthodoxer chassidischer Juden in Williamsburg, Brooklyn. Kindheit und Jugend verbrachte sie im Hause der Großeltern, Holocaust Überlebender aus Ungarn, erzogen nach strengsten Regeln, Körper und Haar bedeckt, eingeschränkte Bildungsmöglichkeiten, fern aller westlichen Einflüsse. Denn die lenken vom eigentlichen Glauben ab und im Gegensatz zu anderen jüdischen Glaubensgemeinschaften sind die Satmarer davon überzeugt, Not, Elend, Holocaust sind Strafen Gottes, für das Nichteinhalten der strengen religiösen Regeln. Eine andauernde Diaspora, bis der Messias erscheint, ist ihnen als Strafe für übertriebene Assimilierung an Europa und die westliche Welt auferlegt. Sie lehnen den Zionismus und den Staat Israel ab.
Deborah spürt früh eine Neugier über die angezeigten Grenzen hinaus, heimlich lernt sie englisch, liest verbotene Bücher und versucht irgendwie das eine Leben mit dem Anderen in Einklang zu bringen. Als ihre Ehe arrangiert wird ist sie nicht einmal volljährig, das persönliche Unglück nimmt seinen Lauf….
In ihren Büchern gibt sie uns sehr sensible Einblicke in dieses, für uns so fremde, Leben, mehr möchte ich nicht spoilern, manch einer hat sie ja bereits gelesen oder die Verfilmung oder Reportagen geschaut.
Ich begebe mich zum zweiten Mal direkt in dieses Viertel, nun vorbereitet. Ich möchte an ihrem ’Groß’Elternhaus vorbei gehen, den Schulweg ablaufen, vorbei am kleinen Laden, der Thora Schule bis hin zur Mädchenschule, später dann zu ihrer ersten Wohnung als Ehefrau. Man ist nicht wirklich willkommen, ich trage ein kurzärmeliges Kleid, keine Strümpfe und mein eigenes Haar, ausreichend, um die Familienoberhäupter mit den riesigen Fellhüten (Schtreimel) zu beunruhigen, die den Rest der Familie schleunigst auf die andere Straßenseite geleiten. Verheiratete Frauen tragen Perücken auf den rasierten Schädeln, Strumpfhosen mit hinten verlaufenden Nähten, das Vorhandensein bezeugend, Haut bis zum Handknöchel bedeckt. Ein paar allein laufende junge Frauen wagen einen scheuen Blick, zwei Lächeln schüchtern.
Ich erwarte gar nichts, steht mir nicht zu, ich bin nur neugierig. Ich finde alles. Innerlich zieht sich mein Magen zusammen und ich spüre förmlich diese Enge, den Druck, den Deborah jahrelang in sich hatte. Fast versöhnlich empfinde ich die spielenden, lachenden, herausgeputzten Kinder und kann es auch schätzen, wie gut sie ohne TV, Smartphones, Werbung, Internet…..abgeschirmt aufwachsen.
Wer lebt schon auf die ’richtige’ Art und Weise?! Hier in Amerika gibt es nach unterschiedlichen Quellen 120000-300000 Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft, meist haben sie 4-7 Kinder, Schulbildung gibt es bis zur 8. Klasse mit zur Religion passender Lektüre, früh teilen sich Jungen und Mädchen. Die Jungen werden Thora - Leser, die Mädchen Mütter und Hausfrauen, viele haben keine Berufsausbildung, daher auch keine Arbeit. Armut ist verbreitet und wird gestützt. Die Gescheiteren machen irgendwelche Geschäfte, laufen telefonierend (Motorola - Tasten- Klapphandys) durchs Viertel. Sie leben auf einem anderen Stern mitten in New York City.
Wir können uns nur Gedanken dazu machen. Wer nichts weiß, möchte und sucht vielleicht auch niemals mehr, Zufriedenheit braucht nicht viel. Jedoch könnte Wissen das Leben leichter machen, Armut lindern, Fortschritt für die gesamte Menschheit schaffen. Kann man in der heutigen Welt nur für sich allein verantwortlich sein und dieses nicht mal Allein bestreiten können? Über die Nichtachtung der Frauen und Mädchen kann ich überhaupt nicht weiter nachdenken, wie kann eine Religion Männer dazu ermächtigen, Frauen klein zu halten, zu demütigen…., es sind Mütter, Töchter. Es sind Frauen die Leben schenken - ich könnte kotz….so schlecht wird mir davon!!!!! Und da braucht wirklich niemand kommen und mir erzählen, irgendeine Frau würde das gut finden oder sich damit irgendwie frei fühlen!
Und ein paar Straßen weiter geht der normale Wahnsinn seinen Gang……
Und die Sandkörnchen im Stundenglas rauschen hinab…..
Ein letzter gemeinsamer Abend mit S & B, einem jungen Paar, das alles hinter sich gelassen hat um in Amerika neu zu starten, voller Energie, Ideen, lange, lange vorbereitet - dann kam Corona!!! Stillstand ohne Zeitangabe, ohne Wohnung, ohne Arbeit, ohne Versicherungen…..anderthalb Jahre später schaffen sie den Absprung und sind genau jetzt hier in New York City und wir laufen für ein paar Wochen gemeinsame Wege.
Sie stehen noch am Anfang ihrer so spannenden Lebensreise, mutig, aufgeschlossen, unerschrocken und so zauberhaft. Neugierig und zuversichtlich hoffe ich, ein wenig teilhaben zu können an ihrer Zukunft, für die ich ihnen von Herzen alles Beste wünsche….
Und im Bryant Park spielen heute 100e einen riesigen Stuhltanz, was für ein Spektakel!
Und zum Abschied zeigen die beiden mir noch die Whispering Walls im Grand Central, hatte ich tatsächlich noch nie gehört, witzige Angelegenheit…..🤫
Sonntag, 4. Juni 2023
Langsame Abschiede
Wie ich es mir für meine letzte Woche vorgestellt hatte, die Tage werden länger, die Nächte werden zum nächsten Tag, geschlafen wird am Ende…..oder eben nicht….
Meine täglichen Central Park Runden klären den Kopf und schaffen Raum für immer noch Neues.
Die zwei fassen für mich ein ganzes Leben zusammen. So einfach. Auf offener See oder im Tümpel, ruhig oder im Sturm, im großen Ganzen und doch geschützt einander zugewandt, Fürsorge und Ermunterung, Vertrauen, stetiger Fluß, über jegliches Alter hinweg, unaufgeregt…
Stehe ich davor, rührt es mich zutiefst an.
Das Traurige an diesem Sonntag - kein Gottesdienst, Pastor L ist erkrankt. Zur Sorge um den Erkrankten mischt sich der Verlust meiner letzten Möglichkeit, alle noch einmal zu sehen, mich zu verabschieden. Viele Nachrichten gehen hin und her, Fragen nach alternativen Treffen, Kaffee, Dinner….erbarmungslos ticken die Zeiger einfach weiter….
Und fast denke ich, daß es Schicksal ist, hatte ich doch tatsächlich etwas Angst vor diesem Tag. Ich spürte bereits die Schwere und die Tränen, derer ich nicht Herr geworden wäre…jetzt habe ich es in der Hand, wen ich nochmal treffe. Wie gut, daß ich in White Plains war, da fiel das Auseinandergehen noch leicht!
Die zweite Gruppe sind meine Schulfreunde, die, die noch hier sind, die, mit denen es Trivia gab, Kneipentouren, stundenlange Gespräche, als Klasse und als Freunde zusammengewachsen.
Besonders hier spüre ich mein, immer zu solchen Situationen passendes, Bild der Sanduhr lebendig werden. Aus allen Richtungen strömen die Körnchen zueinander, drängeln sich, tauschen sich aus, kleben aneinander, rücken von links nach rechts, der eine schneller als der andere, intensiv, voller Energie…und dann geht ein Jedes seiner Wege…bis keiner mehr da ist. Auch das gilt es bis zum Letzten auszukosten!
Und ja, dann naht der Abschied von Cynthia, die mir wie eine große Schwester geworden ist. Wir spüren das beide und sie möchte mich am liebsten überall hin mitnehmen. Aber natürlich möchte ich New York nicht mehr verlassen in diesen Tagen, es gilt, die emotionalen Koffer randvoll zu stopfen.
Also bin ich kaum noch allein unterwegs, die letzten ungelaufenen Straßen werden erkundet, Manhattan ist zur Westentasche geworden, Chelsea, Hell’s Kitchen, Koreatown, Tribeca, Nolita, East Village…., Wir finden das Ghostbusters Headquarters und freien Eintritt 🤭 ins Museum of Illusions, essen Ramennudeln in der 3.Avenue, Robert de Niro Burger im Hollywood Diner, probieren die Cocktails aller Kneipen und tanzen im Oscar Wilde durch die Nacht…
In den frühen Morgenstunden treibt es alle Nachtschwärmer in die Sub und ich merke, wie ich es genieße und wie gemütlich es sich anfühlt, in einem Waggon alle Farben, alle Sprachen ( die ganz ’Verlorenen’ jetzt mal außen vor, die schlafen tief und fest) und alle sind guter Laune und spaßen miteinander und sind fürsorglich mit manch ’Halbverlorenen’ und finden hoffentlich sicher nach Hause….so wie ich…
Samstag, 3. Juni 2023
Museum of the City of New York
Meine morgendlichen Central Park Runden eröffnen immer neue Perspektiven und das Licht taucht alles in wechselnde Stimmungen, schöne Routine!
Es gilt, die letzten Tage zu planen und gut zu füllen. Während ich schreibe nimmt dieser kleine Balkonbewohner Kontakt zu mir auf. Diese kleinen Squirrels gibt es zu Tausenden in der Stadt und sie sind so zahm, manche lassen sich streicheln. Er hört mir aufmerksam zu.
Da ich einen blog füttere und für diesen auch recherchiere ist Cynthia der Meinung, ich gehöre der schreibenden Innung an und sollte somit kostenlosen Zugang zu allen Museen, etc. erhalten. Voila!
Natürliche traue ich mich ewig nicht, diesen Ausweis anzuwenden, sodaß sie mich fast hinschleppt und immer wieder betont, daß Kunst für jeden Menschen kostenlos zugänglich sein sollte und sie, als Künstlerin, genau das erwarte.
Also zücke ich an der Kasse im Museum of the City of New York meinen Pass und ganz selbstverständlich nickt die Dame ab, fragt, wieviele Tickets ich bräuchte - nur eins - reicht mir einen Klebebutton und wünscht mir viel Spaß.
Boah war ich aufgeregt……und jetzt!?!?! Überlege ich, in den letzten Tagen nochmal geballt in alle Museen zu gehen, egal ob ich schon da war oder nicht 🤭
Aber zurück zum Heutigen, eigentlich hätte man gerade dieses Museum zu allererst besuchen können, denn hier gibt es Einblicke über die Entstehung und
Entwicklung New Yorks. Angefangen von der Entdeckung der Bucht an der die Lenape siedelten (1609) durch, den für Holland arbeitenden Engländer, Henry Hudson über den ’Erwerb’ des Landes, Ausbau des Hafens…. wird ’New Amsterdam’ 1664 zu ’New York’,mit 1.500 Menschen und 18 verschiedenen gesprochenen Sprachen eine der vielfältigsten Städte der Welt.
Man erfährt alles über die Industrialisierung, die Krisen, Revolution, das Bankwesen, die ersten Milliardäre (☝🏻Mr. Astor)…..es gibt tolle Schaukästen, Filme, Interaktion und dann stelle ich für mich fest, die Reihenfolge, dieses Museum am Ende zu sehen ist genau richtig, denn es schließen sich so viele Gedankenkreise über all das Gesehene, Gehörte, Gelesene der letzten 3 Monate, einfach großartig!
Eine Abteilung befaßt sich mit der Entwicklung der Musik - und Filmkunst, man hört die Lieder der einzelnen Boroughs über Jazz, Rap, Schnulz, Pop….und in einem Kinosaal sieht man unendliche Szenen aus Filmen, die hier gedreht wurden, kann Drehbücher einsehen…
Absolute Empfehlung!!!!!
Up to Highland Falls
Der berühmte german black boyfriend ist schon sehr verlässlich. Auch nach mehr als 300000 km schwebt er förmlich über dem Highway, natürlich...
-
So beginnen sie also - unsere großen Abenteuer - mit einem Streik am Hamburger Flughafen… Da kannst du lange im Voraus planen, Flüge, Trans...
-
Dann fange ich einfach mal mit dem Aktuellsten an - New York City wählt seinen neuen Bürgermeister, heute, am 4.November 2025. Bürgermeiste...
-
Meine NYC Herbstreise steht ganz unter dem Motto Freunde und Familie! Genau aus diesem Grund komme ich auch nicht zum Schreiben, zu wenig Ze...

















































