Freitag, 12. Mai 2023

Yesterday

 

Wer jetzt sofort an die Beatles gedacht hat, liegt genau richtig. Ich bin wahrlich kein Fan dieser Band und doch habe ich Respekt vor deren Lebenswerk, der Musikrevolution und dem weltweiten Wahnsinn, den sie ausgelöst haben. 1960 in Liverpool zusammengekommen brauchten sie eine Weile, um den Durchbruch zu schaffen, unter anderem spielt Hamburg eine große Rolle auf dem Weg zum Ruhm, dazu gibts ja genug Reportagen…Wer kennt sie nicht: Penny Lane, Let it be, Yellow submarine, …..kann fast jeder mitsingen.

Nun ca 10 Jahre waren sie extrem erfolgreich, um sich dann aus verschiedenen Gründen aufzulösen.

Worauf ich hinaus möchte ist mein Ausflug mit Freund Peter( der 90 jährige😌) zum Dakota Haus und den Strawberry Fields im Central Park. Im Dakota Building auf der Upper West Side, 72.street genau am Park haben John Lennon und seine Frau Yoko Ono gelebt. Hier vor diesem Haus wurde Lennon am 8.Dezember 1980 von M.D.Chapman erschossen. Ein Fan, der nach eigenen Aussagen, den ’Gottesähnlichen’ Ruhm und Lifestyle Lennon’s nicht ertragen konnte und vermeintlich eine Anleitung zur Tat in Salingers «Fänger im Roggen» herausgelesen hat. Völlig verrückt! Chapman wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, seit 2000 ersucht er alle 2 Jahre beim Parole Board um Begnadigung, was aber immer mehrheitlich abgelehnt wurde.

Wir stehen genau an der Stelle, an der Lennon erschossen wurde, P hatte es damals im Radio gehört und sich sofort auf den Weg dorthin gemacht…, er wohnt noch heute nur ein paar Straßen entfernt.


Yoko Ono hat noch lange im Dakota Building gelebt und zu Ehren ihres Mannes ein Stück Land im Central Park als Gedenk- und Pilgerstätte angelegt, die Strawberry Fields, nach einem der Hits. Hier legen tatsächlich Leute Blumen nieder, Straßenmusiker spielen die alten Hits, ein Ort zum Verweilen.


Wir wandern durch dieses auch wirklich sehr schöne Viertel, traumhafte Wohnungen, deren Mietpreise wir uns nicht vorstellen wollen. P. wohnt in einem 1 Zimmer Appartement im Ansonia, einst Hotel Ansonia, 1899 erbaut, wunderschön, mit Rooftop und einem unglaublichen Treppenhaus, es wurden einige Filme und Serien im Haus gedreht. In den ersten Jahren gab es auf dem Dach Hühner und Kühe für eigene Eier und Milch. 

Ich darf einmal mit rein und schauen, ein Hauch von Luxus und Vergänglichkeit, früher hatten die Appartements 10-12 Schlafzimmer, davon gibts nicht mehr so viele, in einem wohnt die Heinz Ketchup Erbin. Viel wurde verkleinert, braucht man ja auch nicht und kann niemand bezahlen. allerdings sind es alles Eigentümer, es gibt keine Mietwohnungen.

Stravinski lebte dort, Jevgeny Kissin, der Baseballspieler Babe Ruth, Angelina Jolie und Natalie Portman.




Und es ist wieder so herrlich, ich liebe seine Erzählungen aus alten Zeiten, die Club Szene, er war selbst häufig im Studio 54, Andy Warhol, Mick Jagger, Diana Ross, Truman Capote, so viele hatte er miterlebt, teilweise persönlich gekannt. Seelenverwand in unserer Capote - Liebe…werten wir die Werke aus, Erinnerungen schaffen! und haben eine gute Zeit zusammen..


P. ist auch derjenige, der mir die Frick Collection empfiehlt, eines seiner Lieblingsmuseen hier bei uns in der UES.


Zurückzuführen auf Henry C. Frick, ein Millionenschwerer Großindustrieller, des 19./20. Jahrhunderts. Geboren 1849 in eine Mennonitenfamilie, aus recht einfachen Verhältnissen herausgearbeitet und einer der Führenden in der Kohle - Stahlindustrie, Schienenbau seiner Zeit … und Kunstsammler. Mit geregelten Arbeitszeiten und Angestelltenfreundlichkeit hatte er es scheinbar nicht so und doch verdanken wir ja solchen Sammlern und deren Nachfahren den heutigen Kunstgenuß. Seine Tochter und fast alle Enkel und Urenkel sorgen für den Erhalt der alten Sammlungen, kuratieren aktuelle Ausstellungen, klein und fein im Frick Madison. Es gibt noch eine historische Villa, die allerdings restauriert wird.


Man darf drinnen nicht fotografieren doch das finde ich ganz gut getroffen 😉So finden wir ein paar alte Meister aus Europa, Monét, Degas, Rembrandt, Dürer und aktuell the Gregory Gift. Der Gründer der Vendom Press, Publisher of Art and Illustrated Books, hatte eine veritable „Kunstkammer“ kreiert und teilweise Kuriositäten des 16.-18. Jh. zusammengetragen, Bronzestatuen, Uhren, Limoges - Emailarbeiten, ganz unglaublich zarte und wunderbare Truhen und Broschen.


Es ist nicht überladen und nicht überbesucht, so hat man Zeit und Raum zu genießen. Empfehlenswert!

Und natürlich bin ich viel gelaufen in den letzten 2 Tagen, habe Balto, den sagenumwobenen Schlittenhund entdeckt, war ein beliebter Film damals bei uns☺️


Ich war in Soho und Noho unterwegs, in Alphabet City, im East Village, der Sommer treibt die Leute in die Straßen und Cafés, das pralle Leben! Jemand stibitzte meine Sommerlatschen im Hausflur - mußte ich eben auch mal bisschen shoppen 😎 denn nur mit Turnschuhen sind 30 Grad nicht auszuhalten. 





Wir haben bis 2 Uhr nachts die Kneipen unsicher gemacht und ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt, wenn du dann feststellst, das deine Sub nicht fährt und sämtliche suspicious creatures unterwegs sind…




Aber Gott sei Dank kenne ich mich mittlerweile sehr gut aus unter der Erde und finde eine Lösung und Anschluss an ein paar starke Männer in der Bahn und Schutzengel, die mich sicher führen…..


3 Kommentare:

  1. Jeden Tag über diesen Reichtum des Erlebten zu lesen, ist ein Genuss. Nicht nur der überbordende Inhalt sondern auch Deine suchende, einladende Sprache machen die tägliche Lektüre zu einem schönen Ritual, das ewig so weitergehen könnte. Ich freue mich schon auf "Deine" Stadt.

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    1. Und ich freue mich auf dich❤️

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    2. Das hast du perfect zusammen gefasst lieber Heinrich. Ich komme nach geraumer Pause wieder mal zum Lesen und kann gar nicht aufhören. Wie gut, dass gerade meine dreimonatige Auszeit startet…
      Ina ich freu mich sehr für dich, beneide und segne dich. 🙌
      Ich muss jetzt weiter zurücklesen und herausfinden, wie du Peter kennengelernt hast. ♥️🙋🏻‍♀️

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