Montag, 29. Mai 2023

Pfingsten

 

Es ist ist Pfingsten und wie in unserer Gemeinde zuhause wird auch hier in New York heute Konfirmation gefeiert. Das fühlt sich verbunden an und so wie ich mittlerweile die 7 Konfirmanden hier kennen gelernt habe, denke ich besonders heute auch an unsere Freunde, die in Rostock diesen Tag mit einem schönen Gottesdienst begehen und dann fröhlich beisammen sind. 

Die Kirche ist voll, sowohl Feiertags- als auch Konfirmationsgäste füllen die Reihen, wie schön!

Natürlich gibt es auch den Bezug zu Pfingsten und dem Heiligen Geist aber das Hauptaugenmerk gilt den jungen Erwachsenen und ihrem bewußten ‘JA’ zu Gott. An der Kanzel lehnt die Miss Liberty, denn Erwachsensein heißt auch Loslassen, von beiden Seiten aus - Freiheit! Möglichkeiten, Vertrauen und Zuversicht, Hoffnung in die Zukunft, und einen festen Glauben, der trägt und verbindet. 

Besonders schön die Grußworte des Kirchenrates und die damit verbundenen Geschenke für jeden der sieben Jugendlichen - einen Apfelbaum, der tiefe, feste Wurzeln schlagen möge, sich reckt und streckt und prächtig wird zu allen (Jahres)Zeiten, schillernd in allen Farben, immer wieder wohlschmeckende Früchte tragend, die man auch teilen kann, Schatten und Schutz spendend….wunderbare Idee🍎

Und herrlich kraftvoll singen wir die Lieder, die wir in den letzten Wochen eingeübt haben und ein Mädchen singt ein Lied für uns alle, ganz allein, ganz mutig! 



Im Anschluss gibt es heute nicht nur Kaffee und Kuchen sondern auch einen kleinen Sektempfang und Häppchen und alle sind noch ein wenig beieinander, bevor sie dann ihre eigenen Familienfeiern starten. 

Das ist besonders schön, schweißt es doch alle Gemeindemitglieder zusammen an diesem wunderschönen warmen Sonntag.


Im Anschluss begebe ich mich auf eine Wanderung Richtung Hudson, denn es ist alles zum Memorial Day geschmückt. Neben dem dort liegenden Army- Museum - Flugzeugträger ist noch ein Zweiter hier eingetroffen und all die Matrosen bevölkern die Straßen in ihren schneeweißen Ausgehuniformen, zauberhaft anzuschauen. 

Memorial Day, ursprünglich Decoration Day, geht auf das Jahr 1868 zurück, ein Feiertag, an dem derer gedacht wird, die im Dienste der Army ihr Leben ließen. Es gibt unterschiedliche Theorien zur Entstehung dieser Tradition, einst gab es eine Gruppe Frauen, die ihre Männer und Söhne betrauerten, in anderen Bundesstaaten wurde diese Ehrung von Kameraden ins Leben gerufen. Die Gräber werden geschmückt, Fahnen werden platziert, es gibt Gedenkgottesdienste, Paraden….und ein verlängertes Wochenende, denn seit 1970 findet dieser Tag immer am letzten Montag im Mai statt, dieser Tag gilt auch als inoffizieller Sommeranfang. Auch heute - ein spektakulärer Sonnenuntergang, welchen man an ganz bestimmten Orten besonders toll erleben kann, wird sogar in den News drüber berichtet und Tipps gegeben.☀️

Viele Amerikaner nutzen diese Tage für Familientreffen oder Kurztrips, 42 Mio sollen dieses Jahr irgendwie, irgendwo unterwegs sein, Aufbruchsstimmung nach den Corona Jahren. Es fühlt sich nach prallem Leben an, ich freue mich für alle hier mit!

So treibe ich mit dem Strom durch den Nachmittag, halte ein kleines Nickerchen auf einer gemütlichen Liege und erlaufe noch ein paar neue Straßen in der UWS, welche wahrlich mondän daherkommt. In den Straßencafés Livemusik und gute Laune.

Dabei entdecke ich noch dieses eindrückliche Portal…



Am Ende bin ich 16 km gelaufen, quer durch den Central Park gerast, zum Sonntäglichen Dinner mit Cynthia und ihren Freunden. Wie schön, Eve ist auch da, der Platz neben ihr noch frei und sie freut sich, mich wiederzusehen. Und natürlich hat Cyn ihr schon berichtet, daß ich ihre Biografie las und so kommen wir sofort ins Gespräch, zumal ich den Bogen über Uecker spannen kann, der ja eine besondere Beziehung zu Rostock hat, und sie erinnert sich so gut an ihn und seine Frau, herrlich klein ist die Welt. Und sie ist einfach so hinreißend und bescheiden und interessiert und interessant…und ein paar neue Gesichter sind dabei, noch eine Fotografin, Karen, bisschen typisch Künstlerin, etwas transparent und suchend, zu meiner Rechten, später gehen wir gemeinsam zur Bahn und sie ist sehr sensibel und filigran und Gedanken durchdrungen, da fällt selbst mir das darauf eingehen schwer, noch dazu in einer fremden Sprache, puh..

Und Helen, die Dame mit dem 5100 Kostüme umfassenden Fundus, Accessoires wie Hüte, Schuhe…nicht eingerechnet. Sie kleidet sie alle ein, Schauspieler, Moderatoren, Partygänger, sie kennt alle - alle kennen sie. Unglaublich, wen Cyn auch alles kennt und noch unglaublicher, daß ich eintauchen darf in diese illustre Gesellschaft!!! Helen kommt ursprünglich aus Belgien, ihr Vater, einst ein erfolgreicher Banker, immigrierte mit der Familie in die Staaten als Helen 3 Jahre alt war, heute ist sie gefühlt um die 80 und gerade dabei, ihr Imperium zu veräußern..und nochmal zu reisen, speziell nach Europa, Belgien, vielleicht Deutschland…Cyn freut sich maßlos über das Gedankenspiel, daß die ganze Bande in meiner Praxis auftaucht, na das wäre doch ein unglaubliches Spektakel!!!!!

Sollte sich jemand diese Runde bildhaft vorstellen wollen, dann bitte mit viel Phantasie, denn diese Damen sind Damen im wahrsten Sinne des Wortes, nicht in Tarnfarbe beige und Wanderschuhen sondern frisiert, geschminkt, lackiert und wundervoll gekleidet und beringt und bekettet und umgeben von einem Hauch Glanz und Grazie, hinreißend!

Und wieder einmal komme ich beseelt und dankbar nach Hause, was für Tage…………….

Und für Schnüffler😉; Helen Uffner Vintage Clothing……

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