Montag, 15. Mai 2023

Muttertag

 Es gibt doch fast nichts Beruhigenderes als morgens aus dem Haus zu gehen und augenblicklich vom wabernden Dampf eines gepflegten Joints eingehüllt zu werden. Da weiß man gleich - die Welt ist in Ordnung, deine Nachbarn sind entspannt und du startest mit einem guten move in den Tag 😂 so auch heute….

Am Sonntag bin ich immer die erste aus unserem kleinen Haushalt, denn nur mir läuten die Glocken und es ist noch leer in den Straßen und Bahnen und die Sonne schleicht sich besitzergreifend in die tiefen Schluchten hinab, es wird ein heißer Tag.


Gepredigt wird heute der Psalm 100 und Pastor L reißt die Arme hoch zum Halleluja und möchte mal so richtig abgehen, denn Jauchzen und Frohlocken hat was mit Lautstärke und Bewegung zu tun!! Das ist doch genau mein Ding! Wie oft denke ich, boah, gleich fallen alle schlafend von der Bank oder fangen beim Singen an zu weinen vor lauter laangsaamer Demut…gut, es muß ja nicht gleich Super Gospel sein aber so ein bisschen mehr Elan oder sichtbare Fröhlichkeit würde dem Glauben sicher nicht abträglich sein. Der Pastor selbst ist auch kein Tänzer, gibt er zu, ist ihm peinlich-ja gut!….und sehr eindrücklich beschreibt er den Norddeutschen mit äußerstem Begeisterungsbekenntnis - dem taktvollen Wackeln mit dem Fuß! Da legt’s mich fast nieder!!! Genial! Und er spannt den Bogen, um auch den Intellektuellen einzufangen und alle in einem Boot erreichen anschließend sicher die Kaffeetafel…

Die Altherrenrunde und ich bewältigen den Küchendienst, dabei erfahre ich immer den neuesten Klatsch aus der Stadt oder von Instagram ☺️, sehr herrlich! Und Peter schenkt mir eine Schokolade - zum Muttertag, ist das nicht zauberhaft!?! 


Anschließend begleite ich die Herren bis zur Bahn und F, den Gourmet - Koch fast bis nach Hause, er ist immer unstoppable. Er hatte früher einen Feinschmeckerladen und ein Lokal in der Lexington☝🏻, midtown und wohnt heute noch oben drüber, weil ihm das Haus gehört. Und aus Rücksicht auf eventuelle Mieter, welche durch zu viel Lärm aus dem Lokal hätten gestört werden können, wollte er es lieber selbst ertragen. Er hat viele Projekte in Entwicklungsländern ins Leben gerufen, gutes Essen zubereiten aus dem was dort ist z.Bsp. ….ich weiß gar nicht, ob ich von ihm schon mal geschrieben hatte, jedenfalls geht sein gesamtes Erbe in einen Fond um mittellose Studenten zu unterstützen. Heute erzählt er mir, er hätte Verwandte in Anklam, what?!? Ja, und er war schon mal auf Rügen und in Glowe würde es einen wunderbaren Bäckerladen geben, oder gabs früher mal - Stralsunder vor!?!? Die Welt ist eben doch ein Dorf🤷🏼‍♀️ 

Mich zieht es weiter die 5. runter, zum Union Square, mit meinem Schulkameraden Chris nochmal durch Noho, Soho, Chinatown, kann man eigentlich auch nicht genug bekommen.. wir schlendern durch die Märkte und essen undefinierbare Dinge, ich hoffe, daß mir alles bekommt!




Manhattan Bridge rüber, Dumbos Terrassen erkunden und ein paar Cocktails probieren….Aussicht genießen…


Dann fragt meine WG nach Essen und ich fahre schön mit der Sub unter dem East River und ganz Manhattan entlang und ich koche aus allen Resten was zusammen, zuhause ist‘s doch viel gemütlicher in unserer kleinen Küche, und viel preiswerter! Und klar - Cyn und ich schlafen auf der Couch ein, man lernt bestimmt auch im Schlaf Englisch, wenn der Fernseher einfach weiter läuft!




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