Samstag, 8. April 2023

2. Besucher

 Da ich heute Abend wieder einen Gast erwarte, nämlich Albert, gilt es einiges vorzubereiten. Einkaufen, denn der Junge scheint noch immer im Wachstum zu sein😄 und mein kleiner Haushalt hier würde ihn womöglich zum Weinen bringen. Bett vorbereiten, na und was man sonst noch so macht. Habe auch Eier gefärbt und überall versteckt.


Dann die Reise zum Flughafen, diesmal JFK, geplant und überlegt, ob ich einfach mal so zum 3. NY Flughafen - La Guardia - fahre, nur so der Fahrt wegen, oder einfach irgend jemanden abhole, freut sich vielleicht einer🤭 Dabei kam mir der Gedanke, ob das sogar eine Geschäftsidee wäre : Freundlicher Empfang am Flughafen, pompös mit Bannern, Luftballons etc. oder dezent mit klitzekleinem Schild 🪧 VIP Mr/ Mrs…., naja, ich finde es jedenfalls selbst schön, irgendwo abgeholt zu werden. (Sogar von der Arbeit🤓)   Und das nächste Bild muß ich noch einfügen, gerade passend am Flughafen gesehen…



Das geht doch wohl besser?!🤷🏼‍♀️


Und dann ist mir aufgefallen, daß ich auch nur noch eine Woche hier in Queens wohne und sofort überlegte, was ich alles noch sehen wollte. Das MOMA PS1 ist nur ein paar Minuten entfernt und stand noch aus. Es ist ein kleiner experimenteller Ableger des großen MOMA und wurde 1976 gegründet in einer ehemaligen Bezirksschule, eigentlich Künstler geführt und erhalten durch ständig wechselnde Ausstellungen, Installationen und im Sommer openair Veranstaltungen. Im Moment laufen 2 Videobegleitete Aktionen, die mich neugierig gemacht hatten und ich war nicht enttäuscht, auch wenn man heutzutage manchmal ja soooo mit allen Fingern und Fäusten auf alle möglichen Mißstände aufmerksam gemacht werden soll, waren diese beiden heute gut!




Mit einem etwas wehmütigen Blick laufe ich durch mein süßes Viertel, den Abschied ahnend halte ich noch daran fest….





Und irgendetwas fasziniert mich immer wieder an diesen auf Hochschienen, in der Sonne glänzenden, vorüber quietschenden U-Bahnzügen, obwohl ich dachte, das kennen nur Leute, die sowieso schon immer Lokführer werden wollten.




Auf gehts, ich muß jemanden vom Flughafen abholen!!!!!




Freitag, 7. April 2023

Kein Leben ohne Bach

 Karfreitag

Der rationale, medizinisch ausgebildete Geist in mir hinterfragt natürlich immer mal wieder meinen Glauben.

Und doch hält mich seit meiner frühen Jugend ’ Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand’ sicher und fest. Glauben heißt - nicht wissen und eine tiefe Sehnsucht steckt wohl in fast jedem, an etwas zu Glauben, zu Hoffen…

Aber dazu kann sich ja jeder selbst belesen oder auch nicht😌

Wir verdanken dieser Geschichte jedoch auch großartige musikalische Werke, Passionen, Kantaten..

Ich hatte heute ein kleines feines Bach Konzert mit einer glasklaren Sopranistin und zutiefst traurigen eingängigen Kantaten. Das hat mich sehr angerührt und über den Tag getragen.

Und da ich nun mal unterwegs war, in Chelsea, habe ich mir die 6. Avenue vorgenommen, hatte ich bis jetzt etwas vernachlässigt. Viele Touristen, hier hört man auch mal deutsch, Kneipen, Hotels, ein paar Straßenhändler und Krakeeler. Mit einem lege ich mich fast an, weil er sich zwar außerordentlich über Trump aufregt, verstehe ich ja, aber er wird immer ausfallender mir gegenüber, meiner Hautfarbe, meiner Erscheinung, beschimpft mich mit übelsten Worten, das mir dann doch die Lust vergeht🤷🏼‍♀️

Und so gelange ich an den Bryant Park, decke mich beim Bäcker ein und suche mir ein gemütliches Plätzchen. Mit Blick auf die Bibliothek und in guter Gesellschaft.





In der Mitte der Namensgeber, W.C.Bryant(1794-1878), Autor, Jurist und Journalist. Sehr kluger Kopf, der früh mit dem Schreiben von Gedichten begann, besonders der Natur gewidmet, arbeitete als Friedensrichter, als Journalist der NY Evening Post, rasch als Chefredakteur. Er war gegen die Sklaverei und für freien Handel, Mitbegründer der Republikanischen Partei. Reiste nach Europa, Asien und in den nahen Osten, alles schon etwas aufwendiger als heute. In seinen späteren Jahren übersetzte er Odyssee und Ilias von Homer und andere griechische und römische Autoren. Respekt und Hochachtung.

Und woran denkt man als erstes, sieht man Gertrude Stein?

Ich denke an Frauenrecht, Salon, Emanzipation, Picasso…..und fange an zu lesen. Und man kommt von einem  zum anderen, vom 100. zum 1000. und es ist so interessant und aufschlussreich… (1874-1946)

So oft hätte ich schon mal gern eine Zeitreise gemacht, 100 Jahre zurück, 200 Jahre zurück und natürlich in diese Kreise, diese Salons, an jene Höfe!!

Wer sich da alles traf, also gerade bei Gertrude, der Kunstsammlerin und Autorin. Picasso, Matisse, Fitzgerald, Hemingway, sie kannte alle. Picasso hat sie gemalt ( hängt hier in der MET), Van Vechten fotografierte sie. 

Sie übernahm die kubistische Malweise Picassos oder Cézannes in die Literatur indem sie ihre Charaktere aus sich wiederholenden Sätzen aufbaute. 

Was man vielleicht schon mal gehört hat : eine Rose ist eine Rose ist eine Rose    G.Stein

…..und so viel mehr….wird man jemals fertig mit all dem, was man lesen möchte??

Ich hänge mich mal wieder daran auf und zwinge mich irgendwann, nach Hause zu fahren und das erste mal seit ich hier bin lege ich mich nachmittags hin und schlafe sofort ein…..




Donnerstag, 6. April 2023

Abendmahl

 

Heute habe ich sie offiziell eröffnet -

die strumpffreie Saison, es sind 24 Grad!

Margaret und ich sind Großmeister im Verabreden. Ständig versichern wir uns schriftlich, daß wir super cool zusammen chillen wollen, im Garten, beim Franzosen…., nur verpassen wir uns regelmäßig🤷🏼‍♀️. 

So auch heute, aber gut, schriftlich können wir es ja prima! Zusammen chillen!

Es mußten auch ein paar Dinge organisiert werden, frische Osterblumen, Mitbringsel fürs ’Abendmahl‘ in White Plains. Und bei diesem herrlichen Wetter bummelt man ja auch gern durchs Viertel, denn das lebt jetzt so richtig auf. Alle Cafés, Restaurants, Bars haben ihre Außenbereiche tagelang rausgeputzt. Es war ein Hämmern und Anpinseln und Bepflanzen…jetzt ist es fertig - pünktlich zu Ostern!


Natürlich sind das hier in Amerika keine freien Feiertage wie bei uns. Es ist einfach alles offen, wie auch sonst 7 Tage die Woche. Obwohl ja viele Glaubensrichtungen in dieser Zeit feiern und in Melting pot NY so alles vertreten ist, was man sich vorstellen kann. Andererseits gestattet hier, einem ungeschriebenen Gesetz nach, jeder Arbeitgeber zu Ostern freie Tage, je nach Bedarf. Das finde ich eine gute Lösung, denn mal ehrlich, wieviele Leute widmen sich, gerade an den religiösen Feiertagen, dem eigentlichen Sinn!?

Ich jedenfalls freue mich auf die kommenden Tage und das hat mehrere Gründe.

Zum einen finden innerhalb der Gemeinde einige Zusammenkünfte statt.

Dann bekomme ich wieder Besuch!!!!!!!! Albert reist Samstag Abend hier an und bleibt eine Woche, also nächster Kulturmarathon😅.

Und nicht zuletzt freue ich mich über etwas Ruhe auf den umliegenden Baustellen, jedenfalls sind heute eine Menge der Bauarbeiter mit Sack und Pack gen Sub marschiert.

Mein heutiger Ausflug führt mich nach White Plains, gute 45 Km nördlich aus Midtown raus. Dort leben ungefähr 60.000 Menschen, im Umland noch viel mehr, ein beliebter Vorort, gut angebunden und wirklich ländlich. Für unsere Verhältnisse natürlich sehr jung mit 340 Jahren. Dort jedenfalls befindet sich das Pfarrhaus der Gemeinde und etliche Mitglieder wohnen auch da, weil die internationale Schule einen sehr guten Ruf genießt, also gerade für junge Familien mit Kindern das Leben sehr angenehm und natürlich ist.

Ich bin mit zwei anderen Reiselustigen am Grand Central, natürlich an der Uhr, verabredet. Mit etwas Zeit schaue ich mich noch ein wenig um…



Ohne weitere Worte😌



Unser Zug fährt 4.57 Uhr und tatsächlich wird das Gleis erst 4.54 Uhr bekannt gegeben. Mit meinem 84 jährigen Begleiter E. am Arm ’flitzen’ wir zum Gleis 27 und ergattern uns feine Sitzplätze. Sobald der Zug an die Oberfläche gelangt beginnt eine schöne Reise durch New York, Harlem, Bronx und raus durch die Vororte. Der Bronx River schlängelt sich neben den Gleisen entlang. Gern werde ich mit Informationen versorgt, Immobilienpreise, wo wohnen die Betuchteren u u u..


In White Plains werden wir mit dem Auto abgeholt und es gibt noch eine gratis Stadtrundfahrt dazu. Anderseits würde man nun mit Bus und zu Fuß sicher eine Stunde brauchen, um durch die typisch amerikanischen weitläufigen Siedlungen sein Ziel zu erreichen. Unglaubliche Häuser, eher Villen oder Schlösser, mit riesigen Gärten und Parkanlagen, es ist sogar etwas bergig und steil ist die Auffahrt zum Pfarrhaus, welches auch wirklich zauberhaft ist. Herzlich werden wir empfangen, Hausführung, Garten mit Fuchsbau nebst Jungen, Vögel aller Art, so läßt es sich gut leben. Sehr bescheiden betonen L. und seine liebe Frau immer wieder, das es alles viel zu groß wäre … aber natürlich genießen sie es auch.

Und so finden sich also ein paar zusammen zu diesem gemeinsamen besonderen Abendmahl, zu dem jeder etwas beiträgt. Einige sind neu für mich, auch sie nehmen mich wunderbar auf in ihre Gemeinschaft, in der es normal ist, daß alles im Fluß ist, manche bleiben ein paar Jahre, manche für immer und ich eben drei Monate…..

Ich habe Glück und kann mit dem Auto mit zurück in die Stadt fahren, denn es ist spät und dunkel.

Am Hudson, Ecke 42. lasse ich mich absetzen und laufe durch die warme quirlige Stadt, den Time Square entlang und fühle mich einfach wunderbar…..

Mittwoch, 5. April 2023

Primp & Tease

 Was mag sich dahinter verstecken???

Da mir diese Einrichtung von Margaret und David empfohlen wurde und bis jetzt alle Empfehlungen und Nichtempfehlungen zu 100% meinem Empfinden entsprachen, habe ich letzte Woche einen Termin für heute vereinbart - zum Frisieren!


Es regnet und dafür ist es perfekt, der Salon ist 5 Häuser die Straße hinunter und es ist egal, wie viele Stunden ich heute dort drinnen verbringe😅

Janette empfängt mich pünktlich 11 Uhr, ich bin die erste Kundin heute und sie braucht erstmal eine Weile  zur Vorbereitung. Akribisch rückt sie Spiegel, Stühle, Unterleger hin und her - nach der Reinigungsfirma. Sie scheint sehr perfektionistisch veranlagt, es muss millimetergenau stimmen! Später rückt sie auch mich so zurecht, gerade, Rücken an die Lehne, Beine nicht überschlagen…


Und herrlich, Frisör ist Klatschplatz Nummer 1! 

Ob ich bei der UN arbeite, weil fast alle ihrer Kunden würden dort arbeiten, weil fast alle UN Mitarbeiter hier in LIC (Long Island City) wohnen, ist ja gegenüber…..

Und natürlich kennt sie meine Vermieter und all die anderen Laden - Kneipenbesitzer, da kann ich sogar schon bisschen mitreden, ist ja fast wie ein Dorf hier..



Zwischendurch trinken wir Kaffee, sie telefoniert bisschen, Haare schon mal ab, dann kommt die Farbe. Sie singt alle Lieder aus der Anlage lauthals mit, wir fachsimpeln über George Michael und Michael Jackson und über Frühlingsallergien und den Hundetrend in New York..

Janette hat kolumbianische und amerikanische Wurzeln, in Kolumbien aufgewachsen spricht sie natürlich auch spanisch, sie wechselt spielerisch hin und her, beneidenswert. Seit 14 Jahren lebt sie in New York und natürlich liebt sie es! Obwohl sie sehr ehrlich damit umgeht, wie hart das Leben hier auch sein kann und einsam und trotz allem - bestes Leben!

Und es ist entspannend, daß Deutschland mal überhaupt gar keine Rolle für jemanden spielt, überhaupt ist für sie in Europa nur Spanien interessant, denn dorthin und nach Panama würden Kolumbianer gern gehen.

Und immer wieder wechsele ich den Platz, werde hin und her gedreht, höre die letzten Dating - Erfahrungen einer anderen Kundin. Schon dafür müsste man öfter mal zum Frisör gehen.

Nach gut 3 1/2 Stunden ist sie fertig und zufrieden - ich bin es auch! Mit der Bezahlung, über Preise sprechen wir mal nicht, klappt es nicht, da sie kein Kartenlesegerät hat und wir keine kompatiblen Zahlsysteme und ohne mich zu kennen, ist sie super entspannt damit, mich zum nächsten Automaten zu schicken, denn in bar würde ich ja sogar noch die Steuern sparen….es gibt doch sowas wie übergreifendes Grundvertrauen!

Es regnet noch immer und ich hab die Haare schön!



Lustig finde ich meinen immer wiederkehrenden Glauben, daß ich beim Frisör zum Lesen komme, schaffe ich nie 🤷🏼‍♀️ aber dafür kann ich ja den Rest des Tages nutzen! Regnet ja!

Dienstag, 4. April 2023

Neighborhoods

 Eigentlich wollte ich heute am liebsten nur weiterlesen, habe eines meiner neuen Bücher ( Unorthodox ☝🏻) schon fast durch und bin regelrecht gefesselt. Habe auf dem Stadtplan ihre Wege verfolgt, die Schule, den Eisladen, die Synagoge….werde ich alles demnächst ablaufen…und wahrscheinlich auch etwas aufgeregt dabei sein. Man kann hier auch eine dreistündige geführte Tour mit einem Brooklyner, natürlich männlichen, jüdischen Anwohner unternehmen, was zum besseren Verständnis führen soll, kann 🤷🏼‍♀️, da ich mich kenne, weiß ich nicht, ob ich mich dann mit all meinen Fragen zurückhalten könnte?! Na, ich werde berichten.

Die Sonne und angekündigte 20 Grad locken mich dann doch raus und Queens ist groß und möchte mir noch so viel darbieten. Die Museen hier drüben haben oftmals erst ab Mittwoch oder Donnerstag geöffnet, so entscheide ich mich für eine Wanderung ab der Haustür Richtung nächster Neighborhoods, so heißen ja die stadtteile innerhalb der STADTTEILE. Ich mag lange Straßen und ich versuche, meine 50. nach Sunnyside beizubehalten.


Dieses gestaltet sich bekanntlich nicht immer leicht, Wasser, das nur von einem Autotunnel unterquert wird, Sackgassen durch Baustellen oder Gewerbegebiete. 





Man sieht viel und bekommt immer wieder eine andere Perspektive auf Manhattan, woran man sich sehr  gut orientieren kann.



Mein Ziel liegt in Queens und Brooklyn, genauer in Greenpoint, der Calvary Cemetery.

Es handelt sich hier um einen römisch-katholischen Friedhof. Angelegt wurde er 1848, nachdem die vielen, besonders durch Cholera Dahingerafften, auf Manhattan keinen Platz mehr fanden. Nach einer Legende aber starb die erste dort Beerdigte an gebrochenem Herzen….🥹

Mit 3.000.000 Beerdigten ist er der größte Friedhof der gesamten Vereinigten Staaten auf ca. 148ha hügelig lieblichem Land und bester Aussicht auf …. Manhatten…, naja, für die Besucher. Und die Skyline gab es ja damals auch noch gar nicht..






Wirkliche Berühmtheiten sind hier nicht zu finden, interessanterweise aber eine ganze Liste Mafiosi, unter anderem John Dolan, der in ’The Gangs of New York’ von H.Asbury in Erscheinung tritt.

Heute hat so manche eine abgebrochene Nase oder ist bereits etwas kopflos..



Freie Plätze gibt es eigentlich keine und auch ansonsten sieht’s hier in NY sehr mau aus..



Und natürlich halte ich mich wieder außer Raum und Zeit dort auf, gibt ja auch viel zu sehen, bis mich der Parkwächter, GLÜCKLICHERWEISE!!!! auf seiner Autorundtour entdeckt und mir zuruft, er würde gleich abschließen. So renne ich Richtung Ausgang, denn ‚Nachts im Museum‘ würde vielleicht noch gehen aber ‚Nachts auf dem Friedhof‘ wäre jetzt nicht so meins😬🫣

Apropos, hier wurde die Beerdigungsszene des Don Corleone in der ’Pate’ Verfilmung gedreht, paßt.

Und friedlich wartet mein kleines Zuhause 🧡



Montag, 3. April 2023

Koinzidenz

 Montag, Haushaltstag!

Wäsche, Saugen, alles wieder an seinen Platz….und bisschen Schreibtisch, Nachlese, Vorausplanung.

Und dann kommen die Dinge, wie wir ja wissen, immer wie sie sollen und ich erhalte eine Nachricht meiner lieben Freundin Katja, in der sie viel fragt und anregt und interessante Beiträge anhängt.

Denn gerade hat sie das Buch ‘Überbitten’ von Deborah Feldmann, den Folgeroman von ‘Unorthodox' ausgelesen und sich gefragt, ob ich wohl schon in Williamsburg, dem Ausgangsort des Geschehens war!?

Dazu muss man wissen, sie hatte meinen kurzen Schlenker dorthin ( ☝🏻Bedford Avenue) noch nicht gelesen. Und so entspann sich ein wunderbarer Austausch darüber und Katja hat sich bereits sehr intensiv mit der Geschichte und dem Leben der Chassiden, einer jüdisch religiös - mystischen Strömung innerhalb des ultraorthodoxen Judentums befaßt.

Koinzidenz!

Und so war ich überaus motiviert, ich kannte nämlich nur die Serie zum ersten Buch, mich heute ausgiebig mit einigen, sehr interessanten und teilweise verstörenden Einblicken, auf meinen nächsten Besuch dort im Viertel vorzubereiten. Zusätzlich habe ich mir beide Bücher runtergeladen und eigentlich den Rest des Tages gelesen….ist das ein Luxus?!?!?!?!?!!!!





Und schon jetzt sehe ich Dinge und Bilder von letzter Woche mit anderen Augen.

Drinnen lesen…..



Draußen lesen….




Weiterlesen…….




Sonntag, 2. April 2023

Immer wieder Sonntags

 Palmsonntag, der letzte Sonntag der Fastenzeit und der letzte vor Ostern. Mit ihm bricht die Karwoche, stille Woche, an.



In ’unserer’ Gemeinde wird das heute ein besonderer, interaktiver GD, in dem wieder die Konfirmanden einen Großteil gestalten. So werden wir schon am Eingang mit Palmwedeln und Instruktionen ausgestattet. Gespielt wird, was überliefert wurde. Der Einzug Jesus‘ in Jerusalem, auf einem Esel reitend, nebst seinen Jüngern. Während vorgelesen wird sehen wir, wie zwei Jünger den Esel beschaffen - wir, das Volk, beschweren uns lauthals-, dann reitet Jesus auf einem Esel(kein echter😉) durch den Mittelgang gen Jerusalem und wir - das Volk, werfen die Palmenzweige und jubeln….so anschaulich kann Geschichte, Religion sein und alle sind voll dabei. Nun könnte man meinen, es handelt sich um eine riesige Menschenschar, nein, etwa 40 würde ich schätzen..

Natürlich geht es in der Predigt noch tiefer, die kommenden Tage waren für Jesus die schwersten, letzten, in dem Wissen was kommen wird..

und der Hoffnung, die uns 2000 Jahre später noch immer trägt und stärkt, wie wunderbar!

Und natürlich gibt es einen herrlichen Kaffee und mitgebrachte Leckereien und tolle Gespräche.

Da ist Peter, 90 Jahre alt, immer edel in Seidenanzügen, völlig abgefahrenen Schuhen und Accessoires, der vor über 60! Jahren zum Broadway kam und blieb. Emilia und er hatten schon letzte Woche einen besonderen Draht und er ist einfach so herrlich und liebenswert. Er erzählt von den so anderen Zeiten im New York seiner Jugend, seiner Szene, gibt uns Tipps, was es wo und wann zu sehen gibt und wir fahren dann gemeinsam mit der U-Bahn.

Da ist R., absolut verrückte Geschichte, der als junger Amerikaner nach Deutschland kam und in Wandlitz?!?also im Osten wohnte, die DDR, besonders Görlitz🤔 liebte und sich gut auskennt und ☝🏻er handelte mit Plauener Spitzen…Hä!?!?! 🤷🏼‍♀️ Also ich staune jedes mal wieder über dieses Potpourri an Menschenkindern und das es mich gerade dorthin geführt hat.


Nun ja, es sind unsere letzten gemeinsamen Stunden, bevor Emilia zurück nach Deutschland fliegt und wir spazieren noch einmal durch ‘unseren’ Stadtteil und genießen diesen duftenden Frühlingstag.




Und nach wirklich erlebnisreichen, vollen Tagen setze ich meine Große an der Pennsylvania Station in den Zug zum Flughafen……🥹



Samstag, 1. April 2023

Guggenheim

 Für unseren letzten gemeinsamen ganzen Tag haben wir uns das Guggenheim aufgehoben, auch, weil Emilia gern eine Sonderausstellung sehen wollte, die heute eröffnet wurde.



Direkt am Central Park, East Side gelegen, empfängt der architektonisch besondere Bau von F.L.Wright seine Gäste. Bekannt durch Bilder oder Reportagen, auch durch ein jüngeres, ähnliches Museum der Guggenheim Foundation in Bilbao.

Bereits 1929/30 begann Solomon R. Guggenheim avantgardistische Kunst zu sammeln und auszustellen. Darunter Werke von Kandinsky, Chagall, aus Nachlässen eines Kunsthändlers auch Paul Klee, Feininger oder Miró.

In dem heutigen Gebäude, das 1959 eröffnet wurde, ist auch ein Großteil der Sammlung von J.Tannhauser als Dauerausstellung zu bestaunen. Einer deutsch - jüdischen Kunsthändlerfamilie entstammend, floh er 1937 nach Paris und ein paar Jahre später nach Amerika. Zum Glück konnte er eine Menge der Bilder vor der Beschlagnahmung retten und somit kamen mit Van Gogh, Gauguin, Manet oder Pissarro auch Werke des Impressionismus hinzu. Selbst Picasso ist mit einigen Bildern dort vertreten. Toll!

Die neue Sonderausstellung zeigt uns Werke, Bilder, Fotos, Kollagen .. von GEGO - Gertrud Goldschmidt.


Als Architektin, Zeichnerin, Installationskünstlerin und Bildhauerin lebte die, in Deutschland geborene und aufgewachsene, Künstlerin in Venezuela und ist besonders bekannt für ihre dreidimensionalen Drahtgeflechte. Diese teilweise leicht und grazil oder aus schwerem Stahl und riesengroß.





Zart und zerbrechlich und doch sehr räumlich sind die Exponate, die von der Decke hängen, stehen oder die Wände schmücken. 



Dieses, so scheint es mir, könnte IKEA als Vorlage für Geschirrabtropfgitter gedient haben 🤔🤭..

Als wir drei Stunden später wieder auf die Straße treten ist  -  Sommer!





…und so wandern wir noch eine große Runde durch den Central Park und die Sonnen - Lebens -Freude der Tiere ist mindestens so groß wie unsere!




Up to Highland Falls

Der berühmte german black boyfriend ist schon sehr verlässlich. Auch nach mehr als 300000 km schwebt er förmlich über dem Highway, natürlich...