Dienstag, 2. April 2024

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!



Ostersonntag
 Halleluja
’Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden…’

Es ist Frühling in der Stadt, sonnig und warm.

In St. Pauls wird heute richtig gefeiert, es wird eine volle Kirche geben, im letzten Jahr waren es über 100 Leute.
Auf den Ostergottesdienst mit Brunch freuen sich alle und jeder, der davon weiß, trägt mit Leckereien dazu bei. Es duftet nach Kaffee und würzigem Rührei und Omelettes von Chefkoch Frederic.
Überall gibt es bunte Eier, Schokoladenhäschen und frische Blumen.


Und ja, die Kirche ist voll, bestimmt 200 Menschen drängen sich in den Reihen, die Gesangbücher und Faltblätter reichen gar nicht aus, es wird geteilt, herumgereicht…alle, alle sind fröhlich, die Alten, Jungen, die Kinder…Gemeindemitglieder, Gäste und Menschen, die zufällig gerade vorbeigelaufen sind…wie schön, dass es etwas gib, was alle anzieht, etwas wofür wir uns heute öffnen können, wofür wir dankbar sein können, was wir anderen vermitteln können, Trost spenden, Anteil nehmen, Freude und Glück teilen, miteinander sein. 

Natürlich geht dies alles auch ohne an Gott zu glauben!

Aber für mich und uns heute hier ist es ganz genau richtig so. Die richtigen Worte von Pastor Lars, die richtigen Lieder, welche in einer vollen Kirche so gut klingen…..


Und im Trubel des anschließenden Festessens kommt mein aufkommender Abschiedsschmerz gar nicht erst zu Wort. Es sind so viel da, die ich in den 2 1/2 Wochen noch gar nicht gesehen hatte, da gibts noch einiges auszutauschen. Neue kommen hinzu, auch Heinrich und Malwine finden interessante Gesprächspartner….am frühen Nachmittag gehen wir auseinander….

Denn es ist noch immer nicht vorbei😎

Auf der Fifth Avenue, rund St Patrick’s Cathedral, findet ja noch die jährliche Easter Bonnet Parade statt. Einer Tradition aus den 1870-ern folgend, laufen Tausende New Yorker mit bunten Kostümen und vor allem, oft handgefertigten, kunstvollen oder völlig verrückten Hüten. Ein weiteres Spektakel dieser Stadt.
Motive kommen aus der Blumenvielfalt, der Politik, aus Filmen, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Alle lassen sich gern fotografieren und erzählen, warum sie was genau tragen, wie lange sie daran gearbeitet haben, teilen ihre Geschichten…ein Lieblingstummelplatz für mich…Menschen sind einfach so liebenswert!!!

Hier treffen wir auch Cynthia ein letztes Mal, sie fotografiert und macht witzige Kollagen…und wir verabschieden uns bis zum nächsten mal…











Und so laufen wir nochmal die 5.Avenue runter bis zur 42. und setzten uns mit einem Kaffee in den Bryant Park, genießen die Aussicht, den Frühling und all die fröhlichen Menschen…




….denn es ist ja völlig klar, natürlich werde ich mal wieder einfach so nach New York kommen, bisschen Kultur und Kunst, ein paar Freunde besuchen und schauen, was es so Neues gibt….

Montag, 1. April 2024

Ganz ganz langsam…..





Am Wochenende verläßt der New Yorker, so er kann, die Stadt. Da Cynthia ja ihren black german boyfriend hat ( der aufmerksame Leser weiß natürlich um C’s Liebe zu ihrem Auto 😉) holt sie uns alle ab. Helen möchte auch gern noch einmal Zeit mit uns verbringen und so rasen wir zu fünft über die Brooklyn Bridge und an der Küste entlang Richtung Brighton Beach und Coney Island. Es ist sonnig und frühlingshaft warm und der Wind pfeift uns um die Nasen, herrlich ist es an jedem Wasser. 

So erschließt sich auch noch mal geographisch dieser Küstenabschnitt von Brooklyn, die Hafen- und Industrieanlagen, die schier endlosen Lauf- und Radwege und ganz unten die längste New Yorker Brücke rüber nach Staten Island.

Brighton Beach wurde 1878 als Ferienort gegründet, Mittelpunkt damals das Hotel Brighton. Es gab Pferde- Hunderennstrecken, Theater, Casinos. In den frühen 1900- er Jahren wurde unglücklicherweise fast alles durch Brände zerstört. 

In den 20-er Jahren wurde die Region an die Sub angeschlossen und neu konzipiert. Der Bauunternehmer Robert Moses kaufte für 75000 $ etwa 8 km Strandabschnitte von privaten Eignern und überschrieb diese der Stadt NY.

Die ersten Zugezogenen waren Flüchtlinge vor dem Faschismus aus Europa, in den 20-er und 30-er Jahren somit viele Russen, Ukrainer und Juden. Auch nach dem  Zerfall der Sowjetunion kamen in den 90- ern viele Russen, Armenier, Georgier….daher auch der Beiname » Little Odessa «

Ich erinnere mich gut an meinen ersten Besuch hier und mein Erstaunen über die vorwiegend russisch sprechenden Menschen. Erinnert alles auch ein wenig an Batumi …..







Dort unten am Ozean kann man den Riegelmann Boardwalk entlang laufen oder direkt am Strand bis zum Coney Island Vergnügungspark, der heute auch tatsächlich geöffnet und gut besucht ist.

Dieser, aus Holzplanken bestehende, km lange Weg wurde 1923 eröffnet und nach dem damaligen Borough Presidenten Riegelmann benannt. Jeder Witterung ausgesetzt und hochfrequentiert muss häufig irgendwo etwas ausgebessert werden aber auch dieser Weg gehört seit 2018 zu den Landmarks der City of NY.

Cynthia und ich nutzen die Gelegenheit, Werbung für ihr ’The Baby Grand Piano’ Projekt zu laufen und amüsieren uns prächtig!




 




Und am Vergnügungspark kann man noch einmal mehr das richtig typische Amerika erleben🎡🎢🍦



Und nach diesem reichen Tag neigt sich so langsam alles den letzten 24 Stunden entgegen……




Helen arbeitet auf den Verkauf ihres Unternehmens hin, falls jemand Interesse hat!?😎(Helen Uffner Vintage Clothing)



Kleiner fun fact - man bräuchte über 70 Jahre, wollte man in NYC jeden Tag ein anderes Lokal aufsuchen…


Up to Highland Falls

Der berühmte german black boyfriend ist schon sehr verlässlich. Auch nach mehr als 300000 km schwebt er förmlich über dem Highway, natürlich...